SPenden


Die Berndorfer Kirchenmäuse lassen jedes Jahr den Gewinn aller Aufführungen wohltätigen Zwecken zukommen. Insgesamt haben wir schon mehr als 120.000€ gespendet. 


 Kleines Gedicht

 

Alljährlich in der Herbstenszeit 

da freun sich in Thurnau die Leut´:

Sie putzen blank die Ohr´n und Zähn, 

um in das Schützenhaus zu gehn´n. 

 

Denn dort bieten - wie jedes Jahr 

die Kirchenmäuse wieder dar, 

was sie geprobt im Jahreslauf: 

sie führen ´ne Komödie auf. 

 

Für nur zehn Mark - man glaubt es kaum: 

aus Berndorf- ein Theatertraum! 

 

Das Laien-Bühnen-Eiertanzen 

bringt als Ergebnis die Finanzen 

zur Hilfe bei den Armen, Schwachen. 

Zu diesem Zwecke dürft IHR lachen! 

 

Der Theodor Nathusius 

hat in dem Stücke viel Verdruss: 

von Gattin, Tochter, Schwiegersohn 

kriegt er der Jugendsünden Lohn. 

 

Das ruhige Familienleben 

bringt Fritze Pappenstiel zum Beben 

und offenbart die Lebenslügen! 

 

Dem Publikume viel Vergnügen!

("Hurra, ein Junge!" 2001/2002)

 

 

Über 7000 Euro erspielten die Kirchenmäuse mit ihrem letzten Stück für einen guten Zweck.


 

Seit mehr als 20 Jahren spielen die Berndorfer Kirchenmäuse mittlerweile Theater. Mit dem Stück "Die vertagte Nacht" spielten sie 1994 Geld für die dringende Sanierung des Gemeindehauses ein. Auch in den Folgejahren gingen die Erlöse an kirchliche, karitative und soziale Zwecke. Bis heute konnten bereits mehr als 120 000 Euro weitergegeben werden.

 

Am Ende des Zeltgottesdienstes in Menchau übergab nun Dietmar Hofmann namens der Kirchenmäuse weitere Spenden im Gesamtwert von über 7000 Euro. Man habe zwei Ziele, so der Laienschauspieler: "Wir wollen unserem Publikum einmal im Jahr einen vergnüglichen Abend bereiten, und wir wollen mit dem Erlös der Aufführungen Menschen unterstützen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen."

 

720 Euro gingen wie seit vielen Jahren an die beiden Patenkinder der Berndorfer Kirchenmäuse in Kenia und Vietnam. Für die Dr. Loewischen Einrichtungen in Bayreuth nahmen drei Heimbewohner mit rührenden Dankesworten einen Scheck über 500 Euro entgegen. Ebenfalls mit 500 Euro unterstützt die Theatergruppe den Aufbau einer palliativen Versorgung im Seniorenheim Am Rasen in Kulmbach. 500 Euro durfte auch Elisabeth Hirsch, die Leiterin des ökumenischen Kinderhorts in Kulmbach, in Empfang nehmen. Weitere 500 Euro nahm Christopher Kairies vom Diakonischen Werk Kulmbach-Thurnau entgegen, das aktuell in Kulmbach an der Dobrach ein neues Wohnheim für 24 Menschen mit Behinderung baut.

 

Auch zweimal 1000 Euro übergaben die Kirchenmäuse. Sie gingen zum einen an das Frauenhaus in Bayreuth, in dem Regisseurin Christa Bialas-Müller arbeitet, und an den Helferkreis, der sich in Thurnau um die Integration von Flüchtlingen kümmert. Wie Ines Spanier vom Helferkreis betonte, werde das Geld wie gewünscht für den Abbau von Sprachbarrieren verwendet, drei Frauen würden den Asylbewerbern Deutschunterricht geben.

 

 

Und schließlich durfte sich Pfarrerin Sabine Winkler über 1500 Euro für die Kirchengemeinde Berndorf freuen. Hofmann gab noch bekannt, dass bereits die Proben für das neue Stück laufen. Premiere ist am 11. November im Thurnauer Schützenhaus.

 

Dietmar Hofmann


Ein Ort für die Seele

 

Es wurde tapeziert, gestrichen, eine Wand versetzt, Fußboden verlegt, erläutert Katharina Kemnitzer, die Leiterin des P-Seminars. Die alte Abstellkammer ist kaum wieder zu erkennen. Sanfte Gelbtöne an den Wänden, ein kuscheliger Teppich auf der Empore, ein selbst gestalteter Lichtvorhang, der die vier Elemente repräsentiert. Wer den Raum betritt, wird instinktiv still, man lässt sich einfangen von der Ruhe, die er ausstrahlt. Ein echter Platz für Andacht und Meditation, ein Rückzugsort, um in der Hektik des Alltags zu sich zu finden, ein Raum des Gedenkens, wenn jemand verstorben ist. Dabei wurde darauf geachtet, im Raum selbst keine religiösen Symbole zu verwenden. „Unser neuer Andachtsraum soll allen zur Verfügung stehen, unabhängig von deren Glauben“, betont Pfarrerin Kemnitzer. Er sei nach Osten ausgerichtet, und der große Lichtvorhang zeige Wasser, einen Baum und Licht – damit könnten alle Religionen etwas anfangen. Im Gang vor dem Andachtsraum wurde für jede Religion ein individuelles Zeichen an Säulen gesetzt, und es wird eine religiöse Toleranz gefordert, die das P-Seminar und Katharina Kemnitzer unterstreichen: „Der Raum ist wie die Welt, sie gehört uns allen. Wir müssen ihn so benutzen, dass wir niemandem die Freiheit nehmen.“ Die religiöse Neutralität sei keine Aussagelosigkeit. Jeder, der religiös gebildet sei, werde hier etwas entdecken. Ein Ort für die Seele ein Raum von Schülern für Schüler.

 

„Der Raum ist überwältigend in seiner Wirkung, weil er komplett das Gegenteil zu dem ist, wie wir alle den Schulalltag erleben: Viel Lärm, Herumrennen, viel gleichzeitig tun müssen“, sagte Lehrerin Anke Emminger, als sie den neuen Andachtsraum zum ersten Mal betrat. Ebenso beeindruckt zeigten sich die Vertreter der Theatergruppe Berndorfer Kirchenmäuse, die der Entstehung des Andachtsraums mit 1300 Euro unter die Arme griffen. „Wir spielen jedes Jahr Theater und spenden den Erlös daraus an soziale Zwecke“, erklärte Dietmar Hofmann. Simon de Ridder, Souffleur und Regieassistent der Berndorfer Kirchenmäuse, habe die Gruppe auf das Projekt am CVG aufmerksam gemacht. „Für diese Finanzspritze waren wir sehr dankbar“, sagte Katharina Kemnitzer, „denn sie hat es ermöglicht, dass wir mit den Arbeiten loslegen konnten.“

 

 

Der neue Andachtsraum steht den Schülerinnen und Schülern ab dem kommenden Schuljahr zur Verfügung. Er soll in den Pausen ebenso genutzt werden können wie für Andachten, etwa in der Adventszeit. 

 

Uschi Prawitz